Das vielleicht berühmteste Quadrat der Kunstgeschichte...

erzeugte Kmalewitsch_schwarzes_quadrat_1915_picasimir Malewitch:


Image #1>Schwarzes Quadrat auf weißem Grund
1915. Jeder kennt es und es wurde zu einer Ikone der Moderne.

Bei der letzten „futuristischen Ausstellung“ in St. Petersburg hing es inmitten einer  Vielzahl von weiteren Gemälden mit geometrischen Motiven hoch oben in einer Ecke.

Das Bild, ja die ganz Ausstellung kamen beim Publikum nicht gut an. Malewitsch selbst kommentierte, "dass die Leute auf den Ausstellungen neuer Kunstrichtungen kichern und spucken. … Für solche Leute ist Kunst absolut nicht notwendig. Solange es nur ein Bild ihrer Großmutter und ihrer geliebten schönen Naturgegenden mit Fliederbüschen gibt."

Die Frage stellt sich natürlich, warum Malewitsch dieses und ähnliche Bilder malte. Und er war ja nicht der einzige Maler, der in diese Richtung arbeitete. Begeistert von antibürgerlichen revolutionären Ideen versuchte Malewitsch zu einer neuen Kunst zu finden, die radikal jeden Gegenstand negiert. Mit dem schwarzen Quadtrat hatte er seinen ganz persönlichen Endpunkt gefunden. Das heißt, und das ist wichtig,  das Bild ist in einer bestimmten Zeit und mit einer bestimmten Intention gemalt worden. Das gilt als Kriterium seiner Bewertung und nicht etwa die „schöne“ Anmutung des Gemäldes.

Dennoch: „Selbst wenn wir annehmen, Malewitsch habe nichts als ein schwarzes Quadrat auf weißem Grund malen wollen (mehr oder weniger geometrisch exakt), so müssen wir Gründe vermuten, warum er eben dies tat und zwar nicht von Anfang an, sondern zu einer bestimmten Zeit und auf den bestimmten Zweck hin. Wenn wir dieser Frage nachgehen, erschließen wir notwendigerweise das sekundäre oder konventionale Sujet des Bildes,wie das nun hinreichend von verschiedenen Autoren getan wurde: wir müssen es als "Quadrat" begrifflich fassen. Unabhängig davon, ob Malewitsch das akzeptierte oder nicht, sind seinem Bild schon zur Zeit seiner Entstehung eine Reihe von Begriffen zugeordnet, die sich im Lauf unserer Kulturgeschichte seit der Antike als konventionale Bedeutung des Quadrats herausgebildet haben, sei es in der Geometrie, in der christlichen Theologie, in der Philosophie oder in der Architektur. Diese konventionellen Bedeutungen bleiben auch präsent, wenn Malewitsch in den unterschiedlichsten Äußerungen zu unterschiedlichen Zeiten seines Lebens glaubte bekunden zu können, diese konventionellen Bedeutungen, diese sekundären Sujets seines Bildes gerade nicht gemeint zu haben, sondern Bedeutungen, die nur in der faktischen Existenz des Bildes selber liegen.“ (Bazon Brock)

Brock meint also, dass die Absicht Malewitschs, ein Bild zu erzeugen, das auf nichts als sich selbst verweist, schiefgegangen ist.  Ob wir wollen oder nicht, wir sind kulturell so geprägt, dass wir das Dargestellte (hier ein Quadrat) mit erlernten Bedeutungen aufladen.